Vorschau «Geomatik Schweiz» 9-10/2026

Themenheft SGPF: Photogrammetrie und Fernerkundung

H. Fournier, J. Vallet, D. Ulrich, G. Rossier, O. Bourdin:
Von der Fernerkundung zur Entscheidungshilfe: Kartierung und Priorisierung der
Waldschäden nach dem Sturm im April 2025 im Zentralwallis
Im April 2025 verursachte ein aussergewöhnlicher Schneefall erhebliche Waldschäden
im Zentralwallis. Windwürfe, Stammbrüche und Störungen im Bestand lösten wirtschaftliche und ökologische Folgen aus und stellten gleichzeitig grosse Herausforderungen hinsichtlich der Sicherung der Infrastruktur und der Bewirtschaftung der beschädigten Wälder dar. Zur Unterstützung des Krisenmanagements haben Sixense Helimap und iDEALP ein Verfahren zur Notfallkartierung eingerichtet, das eine Fläche von mehr als 145 km² über drei Forstreviere abdeckt. Der Ansatz kombinierte luftgestützte LiDAR-Daten, hochauflösende Orthofotos, SwissSURFACE3D-Modelle von swisstopo und GIS-Analysen, um die betroffenen Gebiete zu identifizieren, die Schäden zu bewerten und die erforderlichen Massnahmen zu planen. Dieses Projekt verdeutlicht den Wert der Fernerkundung für die schnelle Bereitstellung von Entscheidungshilfen für die Forstwirtschaft. Angesichts der Zunahme extremer Wetterereignisse stellen diese Instrumente ein wichtiges Mittel dar, um die Resilienz von Bergwäldern zu stärken
und die operative Reaktionsfähigkeit von Akteuren vor Ort zu verbessern.

H. Fournier, J. Vallet, D. Ulrich, G. Rossier, O. Bourdin:
De la télédétection à l’aide à la décision : cartographie et priorisation des dégâts forestiers après la tempête d’avril 2025 en Valais central
En avril 2025, un épisode neigeux exceptionnel a provoqué d’importants dégâts forestiers en Valais central. Les chablis, bris de tiges et perturbations des peuplements ont entraîné des conséquences économiques et écologiques, tout en soulevant d’importants défis pour la sécurisation des infrastructures et la gestion des bois endommagés. Afin d’appuyer la gestion de crise, Sixense Helimap et iDEALP ont déployé un dispositif de cartographie d’urgence couvrant plus de 145 km² pour trois triages forestiers. L’approche combinait données LiDAR aéroportées, orthophotographies à haute résolution, modèles SwissSURFACE3D de swisstopo et analyses SIG afin d’identifier les zones sinistrées, d’évaluer les dégâts et de planifier les interventions nécessaires. Cette expérience démontre l’apport de la télédétection pour fournir rapidement une aide à la décision aux gestionnaires forestiers. Avec l’augmentation des événements climatiques extrêmes, ces outils constituent un levier essentiel pour renforcer la résilience des forêts de montagne et améliorer la réponse opérationnelle des acteurs du territoire. www.geomatik.ch

L. Bircher, F. Martinelli-Orlando, U. Angst:
Drohnengestützte Korrosionsdetektion: Kontaktlose Potenzialfeldmessung und photogrammetrische Verortung
Korrosion der Bewehrung ist der massgebende Schadensprozess an Stahlbetonbauwerken. Sie beginnt im Bauteilinneren, lange bevor an der Oberfläche etwas sichtbar wird. Die Potenzialfeldmessung findet aktive Korrosion schon in dieser frühen Phase. Obwohl die Methode mit Blick auf die Korrosionsdetektion Stand der Technik ist, findet sie begrenzt Anwendung, vor allem nicht bei Routineinspektionen. Der Grund liegt nicht in der Messtechnik, sondern im Messaufwand: Die Elektrode muss manuell aufgesetzt werden, und der räumliche Bezug der Messwerte zum Bauwerk muss oft in aufwendiger Weise hergestellt werden. Beim hier vorgestellten Verfahren stellt ein feiner Wasserstrahl die leitende Verbindung aus einigen Zentimetern Abstand her. Das ermöglicht den Einsatz handelsüblicher Inspektionsdrohnen, und damit die photogrammetrische Verortung der Messwerte. Im Feldeinsatz an einer Brücke wurden damit bis zu 200 m² pro Stunde erfasst, vollständig digital und georeferenziert.

M. Richter, E. Mühlhofer, Ch. Kropf, M. Engelhardt:
Wenn Wetter handlungsrelevant wird: Tätigkeitsbezogene Frühwarnungen durch die Verknüpfung von Wetter-, Geo- und Sektordaten
In vielen Branchen verursacht das Wetter enorme Sach-und Personenschäden sowie Projektverzögerungen. Wetterprognosen sind für Betriebe jedoch häufig erst nutzbar, wenn sie in den jeweiligen Arbeits- und Entscheidungskontext übersetzt werden. Dieser Beitrag stellt einen auswirkungsorientierten Ansatz vor, der meteorologische Daten mit räumlichen und projektspezifischen Informationen sowie sektoriellem Fach- und Erfahrungswissen zu tätigkeitsbezogenen Auslöseregeln kombiniert. Daraus entstehen kontextspezifische Warnungen und Handlungsempfehlungen. Der Ansatz wurde gemeinsam mit zwei Schweizer Bauunternehmen entwickelt und über mehrere Wochen live erprobt. Der Pilot zeigt sowohl das Potenzial als auch die Grenzen kurzfristiger tätigkeitsbezogener Warnungen sowie das Bedürfnis an Wetter-und Klimainformationen für die längerfristige Planung.

A. De Riggi, K. Buga:
Bild-, Distanz- und Thermalsensorik zur KI-gestützten Gesundheitsüberwachung von Katzen: Eine Anwendung kombinierter bildgebender Sensorik am Beispiel von AI-Tails
Am Beispiel einer KI-gestützten Futter- und Trinkstation für Hauskatzen werden RGB-Bildsensorik, Time-of-Flight-Distanzmessung und thermale Sensorik kombiniert, um Verhaltensmuster, Nutzungsverhalten und physiologische Veränderungen kontinuierlich zu erfassen. Die Sensorsignale werden durch KI-Verfahren verarbeitet und über Zeit zu individuellen Referenzprofilen zusammengeführt.

Siehe auch GS online: www.geomatik.ch