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Diskussion «Schriftsatz zur Visualisierung von Werkleitungsdaten nach SIA405?»
Artikel 1-9 von 9



bernd hebel
13. November 08 (07:35 Uhr)
Beitragsnummer: 1717
Stefan Keller hat mich in einem Mail an mich folgendes gefragt:

Deine dritte Frage war "Wie gedenken Sie selbst dieses Problem künftig zu lösen und sehen Sie alternative technische Lösungswege als über Schriftsätze?"

Angesichts der regen Antworten scheinen viele Symbol-Fonts zu verwenden.
=> Was sind denn deiner Meinung nach die Nachteile von solchen "Symbol-Fonts"?


Meine Antwort:

Es sind unter anderem die in INTERLIS-Kreisen zum Thema Signaturenmodelle bereits ausführlich diskutierten Nachteile, die uns zu schaffen machen:

- ttf- und andere Font-Sätze sind keine standardisierte, formatunabhängige Beschreibung (im eigentlichen Sinn einer Signaturenmodellierung)
- Geringe Anpassungs- und Anwendungsflexibilität aufgrund proprietärer Quellen (keine Bearbeitbarkeit von vorhandenen Font-Sätzen)
- Proprietäres Format (nicht alle (GIS-)Systeme können mit Font-Sätzen gut umgehen)
- Hoher Erstellungsaufwand für Truetype-Schriftsätze (entweder extern oder Anschaffung für guten Font-Editor und Arbeitsaufwand)
- Frei erhältliche Font-Editoren (z.B. [doubletype.org]) sind noch nicht gerade ausgereift und anwenderfreundlich, zudem meist nicht für kommerziellen Einsatz lizensiert.

Ich sehe einen gewissen Bedarf
a) INTERLIS - allenfalls unter Berücksichtugung von SVG - dahingehend zu erweitern, dass man in einem Signaturenmodell Symbole geometrisch definieren kann (z.B. als Vektoren), und
b) an einem Tool, das solche INTERLIS-Signaturenmodelle oder auch SVG in z.B. ttf-Sätze konvertieren kann.
Erst dann werden normierend tätige Stellen sinnvollerweise beginnen können, Signaturenmodelle in INTERLIS zu erarbeiten.

Die notgedrungene Alternative dazu hat SWISSTOPO beschritten, indem sie den Cadastra-Schriftsatz zur Verfügung stellt. Die wenigsten Normierungsgruppen sind jedoch so weitsichtig.


Andreas Neumann
13. November 08 (07:34 Uhr)
Beitragsnummer: 1716
Ich möchte noch die Möglichkeit einwerfen für die Definition von Symbolen SVG zu verwenden. Dies hilft zwar nicht viel für ein heutiges ArcGIS, aber es wäre eine Möglichkeit für herstellerübergreifende Lösungen. So setzen bereits Open Source GIS Applikationen wie z.B. Quantum GIS auf SVG für die Definition eigener Symbole.

Gegenüber Truetype-Fonts hat es den Vorteil, dass es keine spezialisierten Font-Editoren braucht für die Definition. Zudem kann man mehrfarbige oder auch animierte Symbole definieren und die Symbole können Text und Rasterbilder enthalten, beliebige Elemente die SVG auch erlaubt. Schliesslich kann man auch Masking und Clipping innerhalb der Symbole verwenden. Mehrere SVG Symbole können in einer Datei abgelegt werden oder man kreiiert für jedes Symbol eine eigene Datei. Die Symbole sind durch eine eindeutige ID gekennzeichnet. Externe Dateien können referenziert werden über den XLINK Standard.

Hier ein paar Beispiele von GEP-Symbolen die in SVG definiert und instanziert sind:
[www.carto.net/neumann/temp/beispiel_gep_symbole.svg]
und das Rendering auch in PDF:
[www.carto.net/neumann/temp/beispiel_gep_symbole.pdf]

Ein weiterer Vorteil von SVG Symbolen ist, dass man beliebige Referenzpunkte definieren kann, z.B. im Zentrum, an anderen Ecken oder beliebigen anderen Positionen. Bei True-Type Fonts kann man das meines Wissens nicht, dort ist die Referenz immer unten links und die Applikation muss dann das Symbol ensprechend transformieren (Translation) um eine zentrierte Position zu erhalten.

Für die Umsetzung in einem GIS gibt es bereits zahlreiche SVG Bibliotheken, etwa für C, C++ und Java.

Falls die GIS-Gemeinschaft einen herstellerübergreifenden und erweiterbaren Standard zur Symboldefinition etablieren will, sollte man sich SVG näher ansehen. SVG passt auch in die moderne Informatik weil es auf XML aufbaut.

Dani Laube
31. Oktober 08 (15:11 Uhr)
Beitragsnummer: 1698
Im Rahmen des zur Zeit laufenden Projektes "Reform Leitungskataster Baselland" (Projektträger: Kanton BL, Vermessungs- und Meliorationsamt) haben wir einen True Type-Font für LK-Punktelemente auf der Basis der seit 1986 (!) geltenden Darstellungsvorschriften entwickelt. Diese sind aber nicht zu 100% deckungsgleich mit denjenigen aus dem Merkblatt 2015. Für weitere Infos stehe ich zur Verfügung (Projektleitung LK BL, c/o Laube & Klein AG, Dani Laube).

Stefan Burckhardt
28. Oktober 08 (17:12 Uhr)
Beitragsnummer: 1695
Über die Definitionen der SIA 405 Merkblatt 2015 hat der VSA Darstellungsempfehlungen entwickelt für den Bereich GEP: [dss.vsa.ch] -> 14.12.2005 Darstellungsempfehlungen.

Die Darstellungsempfehlungen beinhalten keine Fonts. Der VSA wäre aber sicher auch daran interessiert, dass die Symbole aus dem Bereich GEP gleich mitdokumentiert werden.

Das Büro Téchnique Waelti Jean Daniel in Moutier ([www.gecomo.ch]) hat einen eigenen True Type-Font auf Basis der Vorgaben von Merkblatt 2015 für Wasser / Abwasser entwickelt.

Marcel Kühni
27. Oktober 08 (07:28 Uhr)
Beitragsnummer: 1694
Bei der Erstellung der speziellen Schriftarten müssen zusätzlich zu den SIA-Normen auch noch die Normen von den anderen Verbänden berücksichtigt werden. Als Beispiel sei hier genannt, dass der VSE (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen) zur Zeit seine Symbolik am überarbeiten ist.

Yvo Weidmann
27. Oktober 08 (05:51 Uhr)
Beitragsnummer: 1693
Sehr geehrte Damen und Herren

Im Rahmen von verschiedenen Projekten erstellten wir True Type Fonts (TTF) für die Darstellung von Punktsymbolen ([www.watergisweb.ch/WGW/symbole.htm]). Darunter gibt es auch Symbole für die Netzpläne des Kantons Bern (unter Download kann die Datei WEA_GSK.ttf geladen werden). Diese sind nur teilweise SIA405-konform, können aber als Beispiel gut verwendet werden.

Weiter erstellten wir für die Fixpunktkarten der Swisstopo die TTF der einzelnen Fixpunkttypen.

Gerne erstellen wir auf Anfrage weitere Symbole und stehen für Auskünfte jederzeit gerne zu Verfügung.

Mit den besten Grüssen,
Yvo Weidmann
WaterGisWeb AG, weidmann(at)watergisweb.ch

Andreas Haesler
20. Oktober 08 (11:27 Uhr)
Beitragsnummer: 1689
Mit der zunehmenden Verbreitung von Darstellungsdiensten steigt die Notwendigkeit von implementierungsneutralen Signaturbeschreibungen. Welche Erwartungen werden diesbezüglich an die SIA-Norm "GEO405" gestellt?
- Genügen die Symbolzeichnungen im heutigen Merkblatt 2015?
- Brauchen wir ein SIA GEO405 Signaturmodell nach Anhang J des Referenzhandbuchs INTERLIS 2.3?
- Sollten mit der Norm die von Bernd Hebel gesuchten TrueTypes abgegeben werden?

... und welche Rolle soll in diesem Zusammenhang die Geoinformationsgesetzgebung des Bundes spielen? Gestützt auf Art. 5 des Geoinformationsgesetztes können die zuständigen Fachstellen des Bundes nach Art. 11 der Geoinformationsverordnung für Geobasisdaten des Bundesrechts Darstellungsmodelle vorgeben.
-> Steht die Bundesverwaltung in diesem Zusammenhang in einer gewissen Pflicht, entsprechende Formalismen zu normieren?

Die Diskussion um SIA405-Symbole wurde im Kontext mit Web Map Services (WMS) eröffnet. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass innerhalb der Normkommission zurzeit eine Richtlinie für SIA405-WMS erarbeitet wird. Im Wesentlichen sieht die Richtlinie eine Normierung der Layerstruktur und der GetFeatureInfo-Responses für einen "SIA405-konformen" WMS vor.

Christoph Lauber
20. Oktober 08 (06:41 Uhr)
Beitragsnummer: 1687
Auch wir sind immer wieder mit der "Symbol-Problematik" von LK Themen für Web-GIS Anwendungen konfrontiert. Im Bereich MapServer gibt es die Möglichkeit selber Symbole zu kreieren, was wir sehr eingeschränkt auch getan haben. Die zweite Möglichkeit Symbole aus Bildern einzufügen haben wir aus verschiedenen Gründen nicht weiterverfolgt. Die dritte Möglichkeit, Fonts, ist aus unserer Sicht zu favorisieren.

Abklärungen haben ergeben, dass LK Fonts (z.T.) bei der Geocom verfügbar wären. Auf Anfrage wurde aber mitgeteilt, dass diese nur beim Kauf der Fachschale zur Verfügung gestellt werden.
Ebenfalls wurden gewisse Fonts für Abwasserschächte in der GIS-Abteilung der Gemeinde Köniz entwickelt.

Eine Fonts Bibliothek für Punktsymbole würde die Arbeit wesentlich erleichtern.

bernd hebel
13. Oktober 08 (11:04 Uhr)
Beitragsnummer: 1681
Der Kanton Thurgau setzt derzeit die Visualisierung von Daten des Werkleitungskatasters gemäss SIA405 bzw. zugehörigem Merkblatt 2015 um. Für die einzelnen Themen (Wasser, Abwasser, Gas, Elektrizität, etc.) sind im genannten Merkblatt vor allem für Punktobjekte (Schächte, Absperrorgane, etc.) zahlreiche graphische Symbole definiert.

Um diese für ArcGIS und WMS umzusetzen, sehen wir technisch vor allem den Weg über eine spezielle Schriftart (z.B. ttf-Font). Einen eigenen Schriftsatz zu entwickeln, bedeutet allerdings erheblichen Arbeitsaufwand. Daher möchten wir zunächst abklären, ob nicht bereits ein entsprechender Schriftsatz für SIA405 Merkblatt 2015 vorhanden und verfügbar ist.

Unsere Fragen an Sie als Forumsteilnehmer:
- Haben Sie selbst einen derartigen Schriftsatz in Verwendung oder ist Ihnen jemand bekannt, der über einen solchen verfügt?
- Wenn ja: Können wir diesen Schriftsatz beziehen und zu welchen Konditionen?
- Wenn nein: Wie gedenken Sie selbst dieses Problem künftig zu lösen und sehen Sie alternative technische Lösungswege als über Schriftsätze?

Vielen Dank für Ihr Feedback!




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