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Diskussion «OpenSource-GIS: Warum nicht?»
Artikel 1-10 von 12



bernd hebel
22. Juli 08 (08:47 Uhr)
Beitragsnummer: 1626
Zum Beitrag von Hans-Jörg Stark [1259]:

Ich bin noch eine Antwort schuldig bezüglich der eingesetzten Software in Lehrveranstaltungen.

- QGIS [www.qgis.org] und SAGA [www.saga-gis.uni-goettingen.de] kann ich persönlich als Desktop-GIS für den Mittelschul-Unterricht sehr empfehlen.
GRASS [grass.itc.it/] ist dagegen in der Anwendung meiner Erfahrung nach für den Mittelschul-Bereich bereits zu komplex und unübersichtlich.

- Wenn man noch Geodatenbank vertiefen möchte, kann man QGIS vortrefflich mit PostGIS kombinieren.

- Wenn man die Funktion und Einbindung von Geodiensten wie WMS demonstrieren möchte, ist QGIS ebenfalls sehr gut und einfach anzuwenden.

- SAGA bietet eine grosse Auswahl an Analyse-Tools vor allem im Raster-Bereich.

- Oft setze ich zudem Geoportale ein. So eignet sich z.B. OpenStreetMap [www.openstreetmap.org/] aus didaktischer Hinsicht bestens, um Geodatenerfassung im Multi-User-Betrieb über Geoportale anzusehen und zugleich das Thema OpenSource-Geodaten mit anzuschneiden.

- An der ETH dagegen war es für mich bei der Konzipierung der GIS-Grundvorleungen am Departement Umweltwissenschaften
[www.lue.ethz.ch/GISTeam/lehre/poster_bsc] bzw. [behe.net/wordpress/downloads/poster_hebel_niederhuber_2006.pdf] leider nur am Rande möglich, auf OpenSource GIS und Geodaten einzugehen, zu gross war dort der Druck aufgrund der Campus-Lizenz, auf die kommerzielle Software des Marktleaders zu setzen.

Hans-Jörg Stark
24. August 07 (11:41 Uhr)
Beitragsnummer: 1279
Open Source GIS ist das eine - Open Data das andere, was eigentlich auch zum Thema gehört.

Wir haben an der FHNW an unserm Institut (Vermessung und Geoinformation) eine auf Google Maps basierende Anwendung entwickelt, welche als Experiment gedacht ist: wir wollen sehen, wie weit wir mit der Erhebung eines Adressdatenstammes mit Verortung kommen - indem wir die gesamte interessierte Webcommunity mit einbeziehen.

Unter [www.openaddresses.ch] können alle Interessierte ihre ihnen bekannten Adressen verorten. Die Daten werden in einer zentralen Datenbank abgelegt und stehen allen daran Interessierten zum Download kostenlos zur Verfügung.

Das Projekt steht und fällt mit der Bekanntheit - daher bitte allen weitersagen und zum mitmachen ermutigen! Mal sehen, wie weit wir kommen...

Herzlichen Dank für alle Unterstützung und das Mitmachen im Voraus!

Hans-Jörg Stark

Stefan Keller
23. Juli 07 (07:18 Uhr)
Beitragsnummer: 1263
Der GIS-Einsatz an Mittelschulen beschäftigt mich immer wieder (vgl. oben). Interessant scheint mir die Idee, Location Based Services mit dem Handy in den Schulunterricht einzubinden!

M.E. eignen sich grundsätzlich alle GIS Viewer und Desktop GIS, die Potential für den professionellen Einsatz haben, auch für den Einsatz in der Schule. Neben QGIS würde ich noch JUMP und gvSIG erwähnen. Man muss sich vor Augen halten, dass dort - ähnlich wie beim kommunalen Einsatz - 'Fachanwendungen' nötig sind, die zudem von den Fachlehrern nur sporadisch eingesetzt werden, z.B. in Projektwochen. Schwierig in der Handhabung sind z.B. Datenkonvertierungs-Tools - nicht nur für die Schulen.

Hier nochmals zwei Tipps zu Geschäfts- und Innovations-Modellen: Fraunhofer-Studie "Open Source Software: Einsatzpotenziale und Wirtschaftlichkeit" [www.golem.de/0602/43106.html] und "Warum das Open Source-Innovationsmodell nachhaltig ist" von Matthias Stürmer (ETHZ und /ch/open): [www.goldwynreports.com/ausgaben/april07/oss_april07.htm].

Andreas Neumann
23. Juli 07 (07:03 Uhr)
Beitragsnummer: 1262
Ich denke ein grosser Hinderungsgrund bezüglich Open Source GIS in Kommunen in der Schweiz, ist das Fehlen von Fachschalen. Gemeinden (oder Gemeindegeometer) müssen ja die Daten der Amtlichen Vermessung produzieren, die Abwasserleitungen verwalten, Gemeindewerke müssen Strom, Gas und Wasserdaten verwalten. Zudem ist dieser Markt schweizspezifisch und nicht allzu gross. Es müssen Lokalisierungen auf die Schweizer Datenmodelle (DM01, SIA405, etc.) vorgenommen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass das ein Open Source GIS-Projekt zur Verfügung stellt, es sei denn, eine Schweizer Kommune (oder ein Verbund von Kommunen) finanziert diese und stellt diese zur Verfügung.

In einigen Bereichen (Web-GIS), Geodatenbanken, Rastermodellierung/Geländemodellierung, einfaches Editieren und Darstellen - in diesen Bereichen kann OS GIS gut verwendet werden, aber ein Manko gibt es eben noch bei den Fachschalen.

Andreas Neumann
23. Juli 07 (06:58 Uhr)
Beitragsnummer: 1261
Ich denke QGIS wäre ein guter Kandidat für GIS in Schulen. Gegenwärtig wird auch das Digitalisiertool stark verbessert. Ausserdem ist es auch für Mac OS X verfügbar, was für Schulen auch wichtig ist. Aber TatukGIS ist sicherlich auch ein guter Kandidat, falls in der Schule Windows eingesetzt wird. Gratis ist glaube ich nur der Viewer, der Editor nicht. Aber für Schulen ist der sicherlich auch sehr günstig lizenzierbar. Ist ja sonst auch nicht so teuer.

Hans-Jörg Stark
19. Juli 07 (12:40 Uhr)
Beitragsnummer: 1259
Herr Hebel: ich komme gerne auf Ihre Bereitschaft zurück.
Derzeit sind wir noch am Organisieren der finanziellen Rahmenbedingungen für die erwähnten weiterführenden Untersuchungen.

Welche freien GIS setzen Sie denn im Bereich Mittelschule ein - kostenlose Viewer wie bspw. TatukGIS Viewer u.ä.?

bernd hebel
12. Juli 07 (12:35 Uhr)
Beitragsnummer: 1257
Zum Beitrag von Hans-Jörg Stark [1180]:
Da wär ich auf jeden Fall sehr interessiert, meinen Input zu leisten: Kanton Thurgau, Amt für Geoinformation.

Und den von Horst dargestellten Unterschied zwischen WebGIS und DesktopGIS nehme ich ähnlich wahr [1163].

Im Bereich Mittelschule habe ich gelegentlich die Ehre, GIS-Einführungen zu machen, und da bewähren sich freie GIS-Applikationen sehr!

Stefan Keller
20. April 07 (11:16 Uhr)
Beitragsnummer: 1191
In einer aktuellen Umfrage von Computerworld Schweiz vom 4. April 2007 wurde ein interessantes Resultat bekanntgegeben: In einer wöchentlichen Umfrage wollte Computerworld wissen, wer den Umstieg von einer kommerziellen auf eine OSS-Datenbank plane. 36 Personen haben geantwortet und zwar wie folgt: 28 % - d.h. 10 Personen - planen eine solche, ebenfalls 28% haben den Umstieg bereits vollzogen, während 44 % (16 Personen) mit Nein geantwortet haben, d.h. keinen Umstieg planen. Quelle [www.computerworld.ch/index.cfm?pid=187&pk=452].

Auch wenn die Umfrage mit 36 Personen auf schwachen Füssen steht, ist dies dennoch höchst bemerkenswert, um nicht zu sagen, eine Sensation, die für den Erfolg von MySQL und PostgreSQL spricht! Dazu ist zu bemerken, dass offenbar auch die MS SQL Server-Installationen stark steigen sollen.

In der «geowebforum-Kolumne vom 15. April 2007» fragte ich, was es eigentlich für OSS-Businessmodelle aus Sicht einer Software-Entwicklungsfirma gibt. Diese Frage könnte bald auch aktuell werden, denn von einem grossen Linux-Distributor mit CH-Niederlassung erfuhr ich soeben, dass die Nachfrage nach PostgreSQL-Dienstleistern in den letzten Monaten stark gestiegen sei.

PostgreSQL ist ja mit PostGIS gerade in GIS-Kreisen nicht ganz unbekannt (auch an der HSR werden ab und zu entspechende Kurse oder Workshops durchgeführt) und das FOSS-Directory listet über 70 Firmen auf zum Stichwort PostgreSQL [www.foss-directory.ch/search/index.psp?search=postgresql].

Hans-Jörg Stark
10. April 07 (08:13 Uhr)
Beitragsnummer: 1180
Wir hatten an der FHNW vergangenes Jahr die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Opensource Lösungen im GI-Bereich näher untersucht. Dabei v.a. das Argumentatrium pro/contra gesammelt, strukturiert und eine SWOT Analyse aufgrund der Resultate erstellt. Dabei haben wir mit je drei Vertertern aus dem Bereich Opensource, Hersteller proprietärer Software und Value Added Reseller gesprochen.

Aufgrund der Resultate von vergangenem Jahr möchten wir dieses Jahr eine breite Umfrage zum Einsatz und zur Wirtschaftlichkeite von (F)OSS im GI-Bereich "an der Basis" durchführen. Die Arbeit ist als interdisziplinäre Arbeit mit dem Institut für Wirtschaft und uns (Institut für Vermessung und Geoinformation) gedacht. Ich erhoffe mir von der Arbeit einerseits einen besseren Überblick wo (in welchen Bereichen) und wie stark (F)OSS eingesetzt wird und andrerseits auch weshalb - oder weshalb nicht.

Für Ideen, Anstösse und Adressen von Ämtern, Büros, etc. welche sich gerne an dieser Umfrage beteiligen möchten bin ich empfänglich.

Stefan Keller
8. April 07 (23:41 Uhr)
Beitragsnummer: 1177
An den lesenden Zugriffen (Hits) gemessen, lesen hier doch einige mit. Freie und Offene Source Software (FOSS) war übrigens im vergangenen Geo-Forum/Spirgartentreffen'07 ([interlis.ch/general/geoforum.php]) eines der Themen der eingeladenen 'Keynote-Sprecherin' Jo Walsh, die Vorstandsmitglied von OSGEO.org ist, und auch einiges über FOSS gesagt hat!

Über eine Diskussion zum Einsatz von FOSS in öffentlichen Verwaltungen würde ich mich ebenfalls freuen. Dazu passt folgender Anlass ausgezeichnet: "Erfahrungsberichte zu Open Source in der öffentlichen Verwaltung" unterstützt von ch/open/: [foss-directory.ch/events/].

Oben wurde FOSS in den Schulen und Hochschulen angesprochen. Ein grosses Potential sehe ich hier an den Mittelschulen. Auch dazu gibt es per Zufall eine Weiterbildungstagung zusammen mit ch/open/.

An der HSR gibt es übrigens eine lange FOSS-Tradition, angefangen mit den /ch/open/-Workshop-Tagen bis zu regelmässigen FOSS-Treffen und aktiven FOSS-Projekten: siehe [url] [wiki.hsr.ch/HSRWiki/wiki.cgi?OpenSourceAnDerHSR].


Horst Düster
2. April 07 (07:22 Uhr)
Beitragsnummer: 1163
Das ist ein sehr gute Frage. Man muss die Diskussion aber sicherlich in zwei Bereiche aufteilen. Einerseits, das bereits im Posting erwähnte Web-GIS. Als das aufkam gab es auch in der proprietären Welt keine entsprechende Software. Der UMN MapServer wird bereits seit Mitte der 90er Jahre entwickelt. Dieses System hat sich heute sher gut gegenüber der Proprietären Web-GIS Software durchgesetzt und ist das weltweit am meisten eingesetzte Web-GIS Server System.

Anders sieht es bei den Dektop GIS Systemen aus. Hier haben sich die proprietären Anbieter schon lange auf dem Markt etabliert. Besonders in den öffentlichen Verwaltungen werden dies Systeme breit eingesetzt. Wenn nicht äussere Umstände, wie z.B. ein Betriebssystemwechsel, eine Migration erforderlich machen, ist es wohl schwierig eine Migration einer bestehenden Systemumgebung zu begründen. Direkt abhängig davon ist natürlich auch die Privatwirtschaft, die sehr häufig mit der öffenlichen Hand zusammenarbeitet und deshalb ebenfalls in teure proprietäre Software investiert hat. So schliesst sich der Kreis.

Anders ist die Situation bei den Kunden, die bis heute noch kein GIS einsetzen, wie z.B. viele Kommunen. Dort ist sicherlich ein Markt für OpenSource Desktop-GIS zu erschliessen. Nur wer macht das?

Auch in Schulen und Hochschulen sollte oder muss neben der üblichen proprietären Software, ohne einen Hersteller zu nennen, auch OpenSOurce GIS im Lehrangebot sein. Es ist doch wunderbar in einem GIS Kurs einfach den Source Code einer Software zu analysieren und sich mit den verschiedenen Algorithmen zu befassen. Da ist die Ausbildung gefragt, die meines erachtens herstellerunabhängig agieren sollte.

Eine breite Diskussion dieses Themas würde ich sehr begrüssen!



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